Hartmus Ticker des Tages 2017-06-13/24.2

Nachrichteneingänge und öffentliche Gedanken

Das private und öffentliche Tagebuch gehören zum bewussten planmäßigen Leben dazu. Allmählich funktionieren die Skripte, mit denen ich meines erzeuge. Die Hochsaison des Chinesisch-Dolmetschens führte zu einem Mitteilungsstau. Eintreffende Nachrichten wollen auch notiert werden.

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Ehe für alle und alles im Anmarsch?

Bei der großen jährlichen Kunstveranstaltung Ars Electronica in Linz gibt es jedes Jahr Preise zu gewinnen. Heuer wurde der Hauptpreis für ein ganz besonderes „Kunststück“ vergeben: Die slowenische Künstlerin Maia Smrekar ließ sich eine Eizelle entnehmen und in diese ihrer Keimzelle wurde danach im Labor eine Zelle ihres Hundes eingesetzt.

In Kolumbien haben drei Männer offiziell die erste «Dreier-Ehe» des Landes geschlossen. In der Stadt Medellín wurde der besondere Dreierbund fürs Leben gestern notariell beglaubigt.

Die VordenkerInnen der Grünen Jugend wollen die polyamore Vielehe auch unter Geschwistern ermöglichen. Was wer mit wem treibt soll das Gemeinwesen nichts angehen. Die Wertschätzung, die das Gemeinwesen einer Form des Zusammenlebens zollt, schuldet es demnach allen gleichermaßen.

Egalitärfrömmelei macht vieles möglich. Normativer Individualismus kennt weder Kollektive noch Institutionen.

Mahler wieder in Deutschland

Ungarn hat RA Horst Mahler offenbar ausgeliefert. Der Stil der medialen Berichterstattung zeigt, dass wir es hier mir politischer Verfolgung zu tun haben. Dass viele Bürger die Verknackung von Mahler für seine Äußerungen gut heißen, ändert nichts daran.

Mahler bat Orbán medienwirksam um Asyl, aber das Asylrecht ist ja kein System der Gnade, und Orbán hat weder ein Interesse am Ausbau des Asylwesens noch an persönlicher Assoziation mit den politischen Anliegen, für die Mahler nach wie vor streitet.

Kommission will Visegrad-Staaten vor EUGH verklagen, um Quotenmigranten durchzusetzen

B5 berichtet heute 16:15:

Brüssel: Die EU-Kommission hat ein Vertrags-Verletzungsverfahren gegen Ungarn, Polen und Tschechien eingeleitet. Grund ist die Weigerung der drei Länder, sich an der Umverteilung von Asylbewerbern zu beteiligen. Die EU hatte 2015 beschlossen, 160.000 Flüchtlinge aus Italien und Griechenland in andere Länder zu bringen. Die Entscheidung sei rechtlich verbindlich, hieß es heute aus Brüssel. Wenn Ungarn, Polen und Tschechien sich weiter nicht daran halten, kann die EU-Kommission sie vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen und empfindliche Geldbußen verhängen.

Afrika-Konferenz: Offene Grenzen sind ungerecht und gefährden Menschenleben

Wir schaffen das. Um sich vor unangenehmen Fragen zu drücken, will Berlin Afrika retten.

Theresa May hat gewonnen!

Michael Klonovsky schreibt:

Deutsche Medien verkünden lustvoll ein Debakel für die konservative britische Premierministerin. Ein Denkzettel für die Brexit-Partei sei das. Das aber ist eine reichlich einseitige Interpretation – wie ein einfacher Blick in die Wahlergebnisse zeigt.

Tatsächlich haben Mays Konservative 5% Stimmenanteil hinzugewonnen. Nur sind die Sozialdemokraten (Labor) noch stärker gewachsen, was nach Mehrheitswahlrecht zum Verlust der konservativen Mehrheit führte. Hinrich Mock kommentiert:

Die Medien hassen May wegen des “Brexit heißt Brexit”. Die linke schottische Nationalistin und Separatistin Sturgeon, die völlig eingebrochen ist, wird niemand zum Rücktritt auffordern. Es geht hier nicht um politische Fakten, sondern um linke journalistische Emotionen. Das ist so wie mit Trump.

Die Hauptnachricht des Wahlausgangs ist ja auch zu bitter. Mit der notwendigen Einbindung der DUP wird die Regierungsarbeit konservativer werden müssen als sie es sowieso schon war. Und der Brexit könnte noch härter ausfallen als von May ohnehin in Aussicht gestellt. Die neue Regierung in London wird weiter nach rechts rutschen müssen und dann wohl sehr stabil sein.

Gemessen an ihren Zielen hat May durchaus verloren. Zugleich hat Jeremy Corbyn, der Labour auf eine globalismusskeptische und durchaus auch dem Brexit verpflichtete “linksextreme” Linie a la Bernie Sanders verschob, gewonnen.

München immer bunter - Fast jeder Zweite mit Migrations-Hintergrund

BIF schreibt:

Das heutige München hat mit Bayern nicht mehr viel zu tun. Nur noch 56,8% der Münchner sind Deutsche. Symbolträchtig die nach Klassikern deutscher Literatur benannte Goethe- und Schiller-Straße am Hauptbahnhof.

Als Deutscher fühlt man sich dort als Exot. Smartphone-Besitzer aus dem afroislamischen Kulturkreis, die vor Döner-, Shisha und Sexläden flanieren, dominieren die Straßenzüge. Ein Bazar und Kuddelmuddel. Meltingpot und Kauderwelsch. München ist nicht mehr München. Auch wenn das Rathaus noch mit Folklore wie Glockenspiel und Oktoberfest ein Potemkinsches Dorf aufbaut.

Selbst BILD schreibt im Titel:

München immer bunter - Fast jeder Zweite mit Migrations-Hintergrund

Vielleicht meint BILD das “bunt” ja so positiv wie “München ist Bunt”. Oder hat sich das Wort abgenutzt?

Die Verbuntung beschleunigt sich noch weiter. Seit 1967 (Ausweitung der Genfer Flüchtlingskonvention) ist es vorprogrammiert.

HPC schreibt:

Ich bin selber Gastarbeiter-Kind, sehe jedoch die Anwerbeabkommen 1955-1968 kritisch. Die Dynamik, die sich daraus entwickelte, konnte selbst der Anwerbestop von 1973 nicht mehr ändern. Während sich Italiener, Griechen und Jugos gut integrierten, bildeten die Türken bald Parallelgesellschaften. Das hatten die verantwortlichen Politiker nicht bedacht. “Insgesamt neun Anwerbeabkommen wurden von 1955 bis 1968 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und anderen Staaten geschlossen. Sie regelten den anfangs als befristet geplanten Arbeitsaufenthalt ausländischer Arbeitnehmer als so genannte „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik.” (Wikipedia)

Schießerei in München: Großeinsatz am S-Bahnhof Unterföhring

Ein “Mann” schoss wild um sich. Eine Polizistin schwebt in Lebensgefahr. Die S-Bahn-Haltestelle Unterföhring wurde abgesperrt.

“Polizistin schwer verletzt - Kein Terrorverdacht” berichtet Epochtimes.

“Täter wohl Deutscher”, mutmaßt Merkur, und nennt einen bayrischen Herkunftsort. Auf Antenne Bayern sagte eine Augenzeugin, der Täter habe eine dunkle aber nicht ganz dunkle Hautfarbe.

Der Deutsche sprach nur gebrochen Deutsch. Er geriet während der Fahrt einer S-Bahn zum Flughafen mit einem anderen gewaltbereiten Südländer in Streit. Derzeit sind alle 253 S-Bahn-Fahrzeuge videoüberwacht. Von den 150 Bahnhöfen und S-Bahnstationen sind 58 mit 582 Kameras ausgestattet. Im Affekt handelnde Täter lassen sich davon nicht abschrecken.

Grundgesetz ./ Europäisches Unionspatentgericht

Das BVerfG hat das Unionspatent auf Eis gelegt. Jemand hat mit Aussicht auf Erfolg beim BVerfG dagegen geklagt.

Ist es der Iran oder einfach “Iran”?

s. Ist es der Iran oder einfach “Iran”?

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© 2017-06-13 Hartmut PILCH