PILCH Hartmut 2015-03-03/09.2

Nachrichteneingänge und öffentliche Gedanken

Heute am Dienstag der als Kalenderwoche 10 bekannten 09. Woche des Jahres, dem 03. März 2015, treffen hier vielleicht Nachrichten und Anregungen ein, für die diese öffentliche Tagebuchseite zum Thema PILCH Hartmut als erste Anlaufstelle zur Weiterverarbeitung dienen kann.

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Wetter

In München ist es heiter. Der Himmel wurde schon um 6:30 hell.

Kälber weisen Rotlackfaschisten zurück

Gestern abend kamen bei Schneeregen immerhin ungefähr so viele Bagida-Spaziergänger wie sonst zusammen. Die von einem Redner genannte Zahl von 250 war nicht übertrieben. Die Reihen der Gegendemonstranten mit den roten Fahnen der Verdi-Streikbrecher und DGB-Lohndrücker waren noch viel dünner und von grimmigen Assis dominiert, denen man glaubhaft mit Sprüchen wie “Rotlackfascista Hasta La Vista” und “Die Nazis Sie sind Wieder Da, Sie Heißen Heute Antifa” begegnen konnte. Es war eine schöne Route. Auf der Abschlussversammlung lichteten sich unsere Reihen aber allmählich. Gegen Ende waren nur noch die Hälfte da. Vielleicht lag es daran, dass die Reden am Karlsplatz teilweise konfus und jedenfalls weit davon entfernt waren, die wirklichen Sorgen zu artikulieren, die unsere Willenskraft beflügeln.

So wetterte ein Tom über Karrierepolitiker ohne Lebenserfahrung und über minderwertige Präkariatsmahlzeiten aus Hämbörger und Döner, von denen wir uns fern halten sollten, um nicht fettleibig zu werden. Ein Theologe erläuterte uns mit Berufung auf durchaus anspruchsvolle Lehrmeinungen von Mitgliedern der römischen Kurie, wie wir die vom analphabetischen Propheten irregeführten Muslime zur katholischen Wahrheit bekehren sollten. Michael Stürzenberger versteht es recht gut, die Botschaften der anderen in sein Gesamtkonzept einzuordnen, aber auch dieses Gesamtkonzept ist unzureichnent geeignet, meine Sorgen auszudrücken. Für mich ist die desintegrierende Wirkung des Islams nur der GAU einer Rechtspolitik (oder -nichtpolitik), die auch ohne Islam zur Abschaffung Deutschlands und Europas führt. Um daran etwas zu ändern, bedarf es zweifellos auch einer schonungslosen Islamkritik, vor der unsere Politiker und Medien sich gerne drücken. Das Bekämpfen von diversen totalitären Lehren bleibt in Zeiten des Islamterrors und des “Neuen Tugendterrors” selbstverständlich wichtig. Aber die Selbststilisierung als antitotalitäre “Freiheitsbewegung” führt auch in eine Sackgasse. Es geht hier nämlich in erster Linie nicht um Individual- sondern um Kollektivrechte, nämlich das Eigentumsrecht des Volkes an seinem Land. Daraus folgt dann in zweiter Linie der Kampf um unsere Freiheit, dieses Eigentumsrecht auch zu artikulieren und gegen das Asylunrecht durzusetzen. Das Asylunrecht aber ist ein Produkt der selben individualistischen Nachkriegsideologie, aus der auch der Antitotalitarismus stammt.

Das Asylunrecht bekam freilich auch sein Fett weg. Gernot brachte die Erpressung der Stadt München durch hungerstreikende Asyl-Afrikaner zur Sprache, und die Menge skandierte dazu “Abschiebung”. Stürzenberger erwähnte die 600000 Personen, die derzeit (laut Regierungsantwort auf Singhammer-Anfrage) in Deutschland leben, obwohl ihre Asylanträge als unberechtigt abgewiesen wurden, und rechnete vor, diese würden den Steuerzahler pro Person etwa 2000 EUR pro Monat und somit insgesamt jährlich 17 Milliarden kosten. Die Rechnung bezweifle ich, da häufig bevorzugt Personen geduldet werden, die wirtschatlich auf eigenen Beinen stehen. Ferner stört mich der rechtlich korrekte Gebrauch des Asylrechts mehr als dieser vermeintliche Missbrauch, der schließlich auch auf weiterem humanitärem Recht beruht. Was mich wirklich auf die Straße treibt, ist, dass hunderte von Millionen von Bewohnern der afrikanisch-südasiatischen Elendszone einen gültigen Rechtsanspruch auf dauerhafte Aufnahme, Alimentierung, Famliennachzug und Geburtenförderung in europäischen Sozialstaaten haben und dank Fortschritten in der Schleppertechnik zunehmend auch einklagen können. Die südosteuropäischen Asylschnorrer, die zeitweilig die Asylheime zum Bersten bringen und dann wieder zurückgeschickt werden können, stören mich weitaus weniger.

Ein Redner meinte, Bagida müsse sich weiterhin auf den Islam konzentrieren, da der Islam die Hauptursache der Bürgerkriege sei, die die Asylberechtigten zu uns spülen. Das ist in zweierlei Hinsicht falsch. Der Islam ist eine wichtige Ursache vieler Bürgerkriege aber nicht die Primärursache. Die Primärursache liegt m.E. in einem Teufelskreis aus Tribalismus, Überbevölkerung und Unfähigkeit, der westliche Modernisierungsrezepte immer wieder scheitern ließ. Angesichts dieser Lage suchen einige Gruppen ihr Heil in einheimischen Traditionen wie dem Islam, unter dessen Herrschaft die Vorfahren einst mehr Erfolg hatten. Und selbst wenn der Islam die Primärursache des heutigen afrikanisch-südasiatischen Elends wäre, würden unsere Demonstrationen dagegen nichts ausrichten, denn wir können nur unser eigenes Land beeinflussen. Der Schlüssel zur Besserung unseres eigenen Schicksals liegt aber in einer Zurückstutzung des Asylrechts. Das Asylrecht darf kein generelles Tor für irreguläre Einwanderung sein. Italiens Küstenwache muss die Boote an den Südrand des Mittelmeers zurückeskortieren dürfen, wie sie es jahrelang tat, bis Straßburg eingriff. Sobald dies wieder erlaubt ist, versiegt die Völkerwanderung, die derzeit rapide anrollt. “Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Völkerwanderung selber”, so kann man in Abwandlung eines gestern gesehenen Demo-Plakates sagen. Nicht Kalb sondern Volk sein zu wollen, ist der Sinn der Montagsdemos. Wer auf einer Montagssdemo eine Rede hält, sollte diesen Sinn artikulieren. Sonst wäre ein Schweigemarsch ohne Abschlussveranstaltung besser.

RSS Aggregation for Mouseless Offline Browsing?

I begin my day early in the morning with a minimalistic mouseless offline computer, and I try to reduce any digital interactivity, including any contact with either the Net or a mouse, to a minimum. I stay within Emacs most of the time, and to leave Emacs I use key commands of the Ratpoison window manager. I have a web browser window open, but only for local browsing, and it uses Conkeror, which is again a mouse-free version of Mozilla. I woud even prefer to work in a completely text-only non-window environment using Screen instead of Ratpoison and W3M instead of Conkeror, if I could, but my X11 environment comes close to the ideal anyway, and indeed Ratpoison is modeled on Screen and Conkeror on W3M, which I also use as much as I can from within Emacs. I reduce Net contacts to a minimum by conducting them through automated scripts which just execute what I prepared offline. Such a Net contact ideally ends within a few minutes and leaves me completely offline again. Various techniques help me in this and much of my personal programming is centered around enhancing them.

In recent years social networks like Facebook at times captured my passions and let me stray off course. One way of staying in the driver’s seat could be to replace as much of the functionality of social networks as possible with good old systems like RSS or Newsgroups. Of these at least RSS should still have a great potential, even though Google closed its RSS Reader, pointing users to a large number of alternatives.

It seems that many geeks have been using Feedly as their Google RSS Reader substitute. Of course I wonder why one would need an online service for RSS reading. What I really need RSS for is aggregation of articles which I want to browse offline.

In looking for offline RSS aggregators I didn’t get very far yet. One recommended way seems to be to use an ncurses-based terminal application called Feednix, which however seems difficult to install if you are not an Ubuntu user. I obtained it from Github and tried to run the autogen.sh script as recommended, but that script relies on a Debian utility called autoreconf. Thus I give up for the time being. Spending time on an application that relies on a web service is not a clean solution anyway.

But can it really be that nobody has every written an aggregator that just collects articles from a list of RSS streams for offline browsing?

自由基與游離分子

中文化學教科書稱不受分子拘束為游離而非自由。 企業讓自己員工開公司以自由職業名義為公司工作也可稱為游離職業、因為該人並不自由、主體性並不比被顧用時更強、只不過公司為它承擔更少。 我自己是自由職業者而客戶少時卻曽自嘲為游離職業者。

今天我聽人講到自由基、謂該基在香腸中出現、對人體有害。 似乎香腸裏不少自由派激進分子胡作非為。 不知中國新一代化學書作者是否從英文直譯。

Erwerbsarbeit immer sinnloser: Ausweg nur mit höherer Kollektiv-Intelligenz

“Echte Demokratie jetzt” zitiert John Maynard Keynes, der eine freizeitreiche Zukunft prophezeite, und schreibt dazu:

Zurzeit werden sinnlose Jobs aufgrund eines politischen Willens erschaffen, um die Menschen davon abzuhalten, sich gegen das System der Unterwerfung aufzulehnen. Wer müde von der Arbeit nach Hause kommt, wird sich nicht für eine bessere Zukunft engagieren. (David Graeber) Aktuell findet man in der Londoner U-Bahn subversive Werbeplakate: via Strike! magazine

Das Keynes-Zitat ist mir bekannt. Gegenargumente dazu sind auch schon alt. Dass irgendwie vorhandene Wertschöpfungspotenziale und Zeitressourcen zusammen finden, egal wie sinnarm, war zu erwarten. Einen besonderen politischen Unterdrückungswillen muss man zur Erklärung nicht annehmen. Es wäre vielleicht besser, staatlich einzugreifen und mehr Arbeitskraft auf Gemeingüter zu lenken, aber dergleichen ist wegen beschränkter kollektiver Intelligenz der Menschheit schwer zu verwirklichen und vielleicht nur im Rahmen von Armeen zu erwarten (in denen seit jeher unterbeschäftigte Geburtenüberschüsse kanalisiert und verheizt wurden). Bedingungloses Grundeinkommen, auf das die Kampagnenführer hier wohl hinaus wollen, wird aus guten Gründen abgelehnt.

“Clash of Civilizations” Huntingtons Kampf der Kulturen - 20 Jahre Irrtum?

Unsere Presse scheint den Wert von Huntingtons Klassiker neu zu entdecken. Michael Köhler berichtet im DLF, unsere medialen Torwächter hätten das Buch immer wieder zu Unrecht als rechtes scharfmacherisches Pamflet verunglimpft.

Ich habe Huntingtons Buch vor ein paar Jahren mit großem Interesse ganz gelesen. Scharfmacherisch ist es natürlich nicht. Auf die Idee muss man erst mal kommen, aber unseren Tugendterror-Feuilletonisten traue ich sie zu. Deren Ideologie ist ja universal-egalitaristisch, und das ist Huntington nicht. Wer Huntington gelesen hatte, wusste in Sachen Ukraine gut bescheid. Kapitel 1 des Buches hätte genügt. Es hätte gerade den Feuilletonisten hierzulande geholffen, selber nicht zu Scharfmachern zu werden.

Interessante Forenkommentare:

Dat doch sogar der Bundespräsident Herzog einen Sammelband herausgegeben, dessen Beiträge sich gegen Huntington wendeten.

War war das auch f̰ür eine besondere Zeit, wo Kohl wegen “ Leitkultur” nieder geschrien wurde.

Ist unsere Zeit etwa schon wieder etwas entspannter? Die alten Argumente sind zumindest im DLF-Forum noch sehr lebendig. Jemand erklärt, der Zusammenprall der Kulturen sei nicht real sondern maskiere nur wirtschaftliche Verteilungskriege, und andere empfehlen Herfried Münklers Erklärungen ebenjener Konflikte.

In der Politik ist aber auch vorgeschobenes real, wenn es sich aus der Erfahrung und dem Glauben vieler Menchen speist. Was ist denn immaterieller und zugleich politisch realer als Flaggensymbolik? Umgekehrt dienen Behauptungen über Vorgeschobenheit meistens einer bestimmten Kampfagenda, die wiederum von völlig unsachlichen Überlegungen geleitet ist, nämlich davon, wen man politisch profitabel zum Sündenbock machen kann. Gerne auserkoren werden je nach politischem Bedarf Reiche, Banker, Börsianer oder Juden für diese Funktion. Entscheidend ist, dass der Sündenbock in spe ohne großes Risiko dämonisierbar ist und dass es bei ihm etwas zu holen gibt.

Nemzow-Instrumentalisierung und Falschflaggenhypothesen

Bild deutet das Nemzow-Begräbnis zu einer Demonstration gegen einen “Kreml-Mord” um.

Unsere Presse instrumentalisiert es in derart penetranter Weise, dass die Vermutungen, es handele sich um eine Falschlflaggenoperation, niemanden wundern können, zumal sie durch pikante Details wie die Veröffentlichung der Todesmeldung vor der Todeszeit genährt werden.

Falschflaggenoperationen sind real, aber natürlich kommen genau so gut Extremisten in Frage, die Nemzow für einen unerträglichen Vaterlandsverräter halten, oder auch Leute, die persönliche Rechnungen begleichen wollen, oder eine Mischung aus allem. Gerade Falschflaggenoperationen, wie etwa die, in die Gladio verwickelt war, sind sogar regelmäßig von Mischungen aus echten und falschen Akteuren gekennzeichnet. So auch die Wehrsportgruppe Hoffmann und NSU, die offenbar als nützliche Idioten von Geheimdiensten gefüttert und instruiert wurden.

Jemand antwortet sarkastisch:

Es war auf keinen fall Russland. So viel ist sicher. Heil Putin.

Sicher ist nichts, aber Putin hat kein erkennbares Motiv. Nemzow stand in einem hoffnungslosen politischen Abseits. Putin hat von einem solchen Attentat eher unangenehme Folgen zu fürchten. Allein schon, dass Morde vor den Kremlmauern statt finden, die er nicht überzeugend aufklären kann, lässt wenn nicht an seiner Integrität dann an seiner Kompetenz zweifeln.

DLF-Nassehi macht “Rechtspopulisten” und “Rechtsintellektuelle” für neuen Antisemitismus verantwortlich

Der Deutschlandfunk berichtet von Anfeindungen gegen kippa-tragende Juden in Deutschland und lässt den Soziologieprofessor Armin Nassehi ausgiebig zu Wort kommen, der “Rechtspopulisten” und “Rechtsintellektuelle” anklagt, der Antisemitismus sei ihre “internationale Marke”. Jedes Beispiel für diese auf den ersten Blick absolut unplausible Behauptung fehlt, und zugleich bleiben die wesentlichen Quellen der neuen Judenfeindlichkeit unerwähnt, die da wären koranische Lehren von Affen und Schweinen, islamischer Überlegenheitsdünkel, panarabischer Nationalismus und sozialdemagogische Sündenbockpolitik, die sich bevorzugt als “links” verortet. Das Wort “Lügenpresse” findet im Forum Anwendung. Jemand holt zu längeren Erklärungen aus.

Unglaublich, wie der Soziologe Nassehi die Tatsachen zurechtbiegt. Es sind nicht Neonazis oder gar harmlose Rechtskonservative, die Juden in Deutschland und ganz Europa zunehmend aggressiv angreifen. Nein, es sind die Mohammedaner - aber die Äußerung dieser Tatsache lassen die “politische Korrektheit” und die “Multikulti-Ideologie” nicht zu. Nassehi stammt selbst aus einem mohammedanischen Land, womöglich bekommt er deshalb seinen Mund nicht auf bei diesem Thema. Die Identifikation mit den Tätern und die Projektion ihrer Taten auf die fremde Gesellschaft, in die man eingewandert ist, liegt auch viel näher und ist einfacher. Sich kritisch mit den Tätern auseinandersetzen zu müssen und sich damit womöglich innerhalb der islamischen Gemeinde zu isolieren, dazu gehört eben Mumm.

Ich würde mich über diese Lügerei nicht so erregen, wenn sie nicht ein Standard in deutschen Medien wäre. Schon der Anschlag in Düsseldorf auf die jüdische Synagoge im Jahr 2000, die den “Aufstand der Anständigen gegen Rechts” auslöste, mit SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder an der Spitze, ging von Mohammedanern aus. Doch trotzdem wurde die Sache so zurecht gelogen, dass man den Eindruck hatte, hier seien deutsche Rechtsextremisten am Werk gewesen. Als die Ermittlungen dies widerlegten, herrschte das “große Schweigen im (Presse-)Walde”. Ähnlich lief es im gleichen Jahr mit dem angeblich “fremdenfeindlichen” Mord an dem kleinen Josef in Sebnitz. Auch hier wartet man bis heute vergeblich auf eine Entschuldigung für den Rufmord an der sächsischen Gemeinde.

url = http://www.spiegel.de/politik/deutschland/duesseldorf-anschlag-auf-synagoge-geklaert-a-106612.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Sebnitz#Medienskandal_im_November_2000

Und von dort zieht sich eine gerade Linie bis zum Totschlag an dem Mohammedaner Khaled B., der Anfang 2015 in Dresden von einem Landsmann - vermutlich wegen Drogengeschichten, zumindest wurden im Körper von Khaled B. jede Menge Drogenreste gefunden - erstochen wurde. Doch auch hier wurde von einem schrägen Bündnis aus Antifa, Gewerkschaften, linken Parteien und Medien wieder völlig entgegen den Tatsachen behauptet, deutsche Rechte seien für den Mord an einem “unschuldigen Asylbewerber” verantwortlich. Pegida und die AfD wurden für ein “Klima der fremdenfeindlichen Hetze” verantwortlich gemacht, das schuld sei an dem Todesfall. Auf eine dicke Entschuldigung sowie eine Klarstellung von Medien und Eliten wartet man auch hier vergeblich, wie üblich.

url = http://www.spiegel.de/panorama/justiz/tod-von-khaled-b-in-dresden-haftbefehl-gegen-mitbewohner-a-1014469.html

Armin Nassehi wurde vor geraumer Zeit dadurch bekannt, dass er kurz nach der Veröffentlichung von Thilo Sarrazins Verkaufsschlager “Deutschland schafft sich ab” bei einer Podiumsdiskussion mit dem Autor das Diskussionsthema mied und sich stattdessen ganz auf Beschimpfung des Diskussionspartners und des Publikums mit den üblichen buntfrömmlerischen Stereotypen (“ressentimentgeladene Kleinbürger”, “von Komplexität überfordert”) konzentrierte, was Buhrufe auslöste, welche die Prantls der Republik dann zu gleichartiger Publikumsschelte veranlasste, im Zuge derer ein Spiegeljournalist das Wort “Wutbürger” kreierte, welches die Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS) sogleich aufgriff zum Wort des Jahres kürte, als wäre es wirklich über die Kreise der “Lügenpresse” (GfdS-Unwort dieses Jahres) hinaus ein gebräuchliches Wort. Distanzierte Objektivität scheint nicht die Stärke dieses Soziologen zu sein.

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© 2006-02-19 Hartmut PILCH