Zwecke und Regeln für die Montagsdemonstrationsbewegung

Bayern zeigt, wie es geht.

Durch Gewahrwerdung ihres Zweckes und Verinnerlichung dazu passender Regeln versetzen sich Gruppen mündiger Bürger in die Lage, auch Tabuthemen anzugehen und dabei schnell zu wachsen, ohne bunte Trolle zu füttern und ohne sich in Kämpfen zwischen Maulhelden und Distanzierern selbst zu zerlegen.

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Zwecke der Montagsdemonstrationsbewegung

Der Zweck unserer Bewegung ist die Befähigung möglichst vieler Bürger in unserer Region zum Ausgang aus der selbst verschuldeten politischen Unmündigkeit und zur Interessenartikulation als selbstverantwortliche Mitglieder eines selbstbestimmten Souveräns (Staatsvolks), der sein Gemeineigentum ähnlich sorgsam hütet wie der normale Bürger sein Privateigentum und der insbesondere die Ansprüche bedürftiger Dritter bei allem gebotenen Respekt freundlich zurückzuweisen im Stande ist.

Insbesondere wollen wir möglichst viele Bürger mobilisieren und befähigen, durch die Minenfelder einer humanitäranarchistischen Leitkultur zu navigieren und in diesem Umfeld Einfluss auf die politische Willensbildung zu gewinnen.

Auf wöchentlichen Demonstrationen bauen wir ein Netzwerk auf, dessen Mitglieder in vielfältiger Weise volksbildend und politikbeeinflussend tätig werden, ohne zu erwarten, dass unser Orga-Team ihre Meinungen bündelt oder vertritt.

Verhaltensregeln für aktive Teilnehmer

  1. Wir verstehen und achten so weit möglich nicht nur die Gesetze sondern auch die politische Kultur unseres Landes und setzen durch unser Handeln ein Beispiel für die Vereinbarkeit der Volkssouveränität mit dem Respekt vor Personen, Organisationen, Institutionen und Bevölkerungsgruppen.
  2. Wir testen nicht ohne Not die Grenzen der Meinungsfreiheit aus. Wenn wir jemanden anklagen, dann nur mit guter Begründung. Unsere Anklagen konzentrieren sich auf beobachtbare politische Akteure.
  3. Geschichten von Verschwörungen übermächtiger Strippenzieher sind mit der gebotenen Skepsis zu behandeln. Wir brauchen keine Sündenböcke. Wir sind selber Akteure. Unser Interesse gilt den Gesetzesregeln und dem Aufbau unseres Einflusskreises.
  4. Ehrenrührige Aussagen über ethnisch, religiös oder soziologisch definierte Personengruppen sind weitestgehend zu unterlassen oder auf einen sauber begründeten Kern zu reduzieren.
  5. Wir geben stets Rechenschaft über die Grundlagen unserer Aussagen. Wir brauchen weder marktschreierisches Maulheldentum noch ängstliche Distanzierungserklärungen. Der mündige Bürger schätzt lockere Objektivität bis hin zum Understatement und natürlichem Humor und Sarkasmus.
  6. Mit unseren Rede- und Textbeiträgen wollen wir mündige Bürger inspirieren und befähigen. Wenn dort Material enthalten ist, welches Emotionen aufwühlt und negative Energie erzeugt, stehen wir umso stärker in der Pflicht, es in genaue Information und konstruktive Hinweise einzubetten.
  7. Wenn wir Sinnesreize unseres Publikums direkt ansprechen, dann liefern wir verbale Einordnungen dazu. Ein Bild lügt besser als 1000 Worte. Audiovisualität verpflichtet zur expliziten Verantwortungsübernahme.
  8. Bevor unser Publikum einen Link mit Binärdaten (Video, App etc) anklickt, muss es bereits zuverlässig darüber informiert worden sein, welchen Informationswert das Dokument liefert. Facebook-Videos werden in externe Webseiten eingebunden. Das dient der Hygiene, dem Schutz vor Viren, in wörtlichem und übertragenen Sinn.
  9. Wir brauchen keine Androhungen irgendwelcher Vergeltungen an einem herbeifantasierten Tag der Abrechnung. Rachefantasien sind die Onaniervorlagen derer, die nichts tun werden. Dazu gehören wir nicht.
  10. Wir erheben keine adressatenlosen politischen Forderungen. Wir schreiben weder Hassmails noch ellenlange offene Briefe. Vielmehr studieren wir die politischen Prozesse, suchen uns zuständige Ansprechpartner aus und bemühen uns, ihre geringe Aufmerksamkeitsspanne zu nutzen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
  11. Wir erwarten keine Retter. Wir werfen Politikern nicht vor, dass sie “nur labern”. Vielmehr zitieren wir sie, sobald sie mal etwas brauchbares sagen, in unseren Argumentationsdossiers als Autoritäten.
  12. Wir bewerben keine Parteien oder Personen. Uns interessieren Fakten und Ideen.
  13. Was wir machen, machen wir gut. Lieber wenig aber richtig.
  14. Unsere Kundgebungen sind weder ein Forum für Parteipolitiker noch eine Speaker’s Corner für politikferne Möchtegern-Demagogen sondern eine Gelegenheit zur Inspiration und Befähigung der Bürger. Wir arbeiten kontinuierlich und systematisch an der Qualität unserer Beiträge.
  15. Wenn ein Mitstreiter durch zweifelhafte Äußerungen dem Breiten Bündnis Anlass zu einer bunten Treibjagd gegeben hat, treten wir der Treibjagd geschlossen entgegen. Bei anderer Gelegenheit beugen wir durch systematische Arbeit an unserem Verhalten künftigen Treibjagden vor.
  16. Wir bauen ein Bloggernetzwerk auf. Spaziergänger und Redner sollten möglichst Blogbeiträge schreiben, auf die wir bevorzugt verweisen, wenn sie unseren Qualitätsanforderungen genügen. Umgekehrt sollten die vernetzten Blogger auf Veröffentlichungen der Gruppe verweisen.
  17. Der Web-Auftritt der Gruppe muss ins Zentrum der publizistischen Aktivitäten rücken. Beiträge zu Facebook, Twitter und anderen Medien müssen Sekundärprodukte sein.
  18. Wir verweisen möglichst nicht direkt auf Webseiten pseudohumanitärer Hetzmedien. Eher verweisen wir auf Blogbeiträge, die diese zitieren, oder auf Facebook-Foren, auf die unsere Leser einwirken können.
  19. Unsere Haltung drücken wir auch in der Pflege unserer traditionellen Kultur aus. Insbesondere praktizieren wir selber soweit es geht heimisches Liedgut und ernste Musik.

Diskussion

Der Text wird gerade bei PEGIDA Bayern diskutiert. Wir fassen hier ein paar Argumente zusammen.

F: Gerade in meinem Beruf sagt “ein Bild mehr als 1000 Worte”. Definitiv. Ein Patient versteht manche Befunde erst, nachdem er die Bilder oder Fotos davon gesehen hat. Vielen geht erst beim Anblick seines Befundes ein Licht auf.

A: Das ist zweifellos richtig, aber ein Arzt wird einem Patienten nicht aber einfach ein Bild hinwerfen. Bilder bedürfen der Ergänzung und Verantwortungsübernahme durch Worte. Wie Medienkompetenz aussieht, erklärt Thilo Sarrazin. Frage von ZEIT Online: “Herr Sarrazin, was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie die Bilder der Flüchtlinge in Europa sehen?”. Antwort: “Ich sehe diese Bilder nicht, da ich grundsätzlich keine Nachrichten schaue. Das Bild eines Menschen in Not ist immer schlimm, egal, ob in Kambodscha oder auf einer Südseeinsel. Aber ich versuche, mich durch zufällige Medienbilder nicht beeinflussen zu lassen.”

F: Heißt das, Pegida München möchte raus aus der Pegida-Bewegung?

A: Nein, die Positionierung verschriftlich nur das Vorhandene. Sie ist bislang auch nicht eine offizielle Position von PEGIDA München sondern versucht alle Teilnehmer von Demonstrationen zur Reflexion über die eigene Rolle und zur Vereinbarung einer Disziplin zu bewegen, die zu mehr Zusammenhalt und zu mehr Freiheit führt.

F: Verkompliziert nicht alles!

A: Es geht hier um Vereinfachung, nicht Verkomplizierung. Es geht darum, ein paar einfach Verhaltensregeln durchzusetzen, die es uns erlauben, einen ansonsten unbeherrschbaren Morast politischer Komplikationen zu vermeiden. DIe Realität ist, dass stets irgendwelche Leute mit zu simplem Denken große Töne spucken und die ganze Gruppe diskreditieren und angreifbar machen, woraufhin dann andere Leute wiederum sich distanzieren und einen Prozess der gegenseitigen Zerfleischung und immer weiteren Stärkung der bunten Inquisitionsapparate in Gang setzen. So sind wir von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer weiter in eine Leitkultur der Selbstabschaffung geschlittert. Das darf nicht weiter passieren, denn es ist schon 5h nach 12: http://www.sezession.de/51840/der-kommende-aufstand.html

F: Hexenjagden machen uns bekannt. Wenn wir sie überstehen, machen sie uns stärker.

A: Auch wenn manche Hexenjagden zu unserer Bekanntheit beigetragen haben, müssen wir sie doch vermeiden, denn sie sind seit Philipp Jenningers Zeiten die Grundlage der fortschreitenden bunten Machteroberung. Ferner ist ein schlechter Name durchaus schädlich und nicht unbedingt besser als keiner. Unser Daseinszweck ist nicht die eigene Bekanntheit sondern die Etablierung von Ideen. Wenn solche Ideen durch von uns ausgelöste Hexenjagden in den Schmutz gezogen werden, schaden wir unserem langfristigen Zweck.

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© 2015-12-16 Hartmut PILCH