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Nach dem ZDF hat nun auch die Welt einen Artikel gebracht, der den öffentlichen Meinungssaustausch im Internet als Gefahr fuer die weiße Weste “unbescholtener Bürger” sieht und, wie schon das ZDF, erneut eine Kampagne bewirbt, mit deren Hilfe finanzkräftige Unternehmer ihre Geschäftsmodelle vor gefährlichen Diskussionen schützen. |
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1 VerlaufWelt
2 ZitateSchon im einleitenden Absatz, den man in der Springer-Suchmaschine findet, wird für die Leute geworben, auf deren Pressearbeit dieser Artikel ähnlich wie der vorige in ZDF Frontal zurückgehen dürfte: Das Internet ist längst zur Datenfalle geworden. Persönliche, unbedacht gemachte und schmutzige Einträge bringen Menschen zu Fall. ... Auf Webseiten wie internetvictims.com lassen vermeintliche Opfer die Öffentlichkeit an ihren Web-gemachten Schicksalen teilhaben, tauschen sich aus holen und suchen Rat. Viele derer, die hier zu Wort kommen, sind Opfer regelrechter Verleumdungskampagnen. ... mehr Internitvictims.com wird von Meinolf Lüdenbach betrieben, der durch den Fall Michael Plümpe und Stopecg.org einige Berühmtheit im Web erlangt hat. Neu bei diesem Artikel ist die Information über einen Dienstleister namens Reputation Defender, der gegen eine sehr moderate Gebühr die Weste seiner Kunden weiß wäscht. Es wird berichtet, dieser Dienst habe in Deutschland bereits Massen von Beschäftigten eingestellt. Im Moment gibt es jedoch nur eine als “beta” markierte amerikanische Webpräsenz. RD behauptet von sich, eigene innovative Methoden zur Beseitigung der störenden Inhalte zu verwenden. Man könnte annehmen, dass im wesentlichen die bewährten Mittel in Frage kommen, die von einem der Betreiber von internetvictims.com meisterhaft vorexerziert worden sind:
Wie schon beim ZDF-Vorgänger fällt auch in diesem Artikel wieder die extreme Einseitigkeit auf. Ein Problem der Meinungsfreiheit gibt es für die Autoren überhaupt nicht. Stattdessen nur das Grundrecht eines jeden Bürgers auf ein blitzeblanke Weste und auf Erfolg beim Vorstellungsgespräch mit den engstirnigsten aller denkbaren Arbeitgeber. Man kann darüber spekulieren, was die Medienkampagne bezweckt, an der der Welt-Autor André Bense sich offenbar beteiligt. Allerdings könnte das Thema bald auf die Tagesordnung kommen, und dann wird schon eine gut ausgestattete Mimosenschützer-Lobby bereit sein, den Status Quo zu verteidigen. Und selbst Verschärfungen sind noch denkbar, wie das Telemediengesetz zeigt, das der Bundestag vor ein paar Tagen beschlossen hat. |
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